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Börse Aktuell 03.02.2012
Liebe Leserinnen und Leser,

Euphorie ohne Ende….vor wenigen Wochen noch Weltuntergangsstimmung und nun scheinbar grenzenloser Optimismus. Der Aufwärtstrend im DAX scheint – den Temperaturen entsprechend – Richtung Norden eingefroren zu sein. Krise war gestern. Deutlich über 12 % Kursanstieg in nur einem Monat, das gibt es wahrlich nicht alle Tage. Schon werden in den Finanzgazetten deutlich über 7.000 Punkte im DAX angepeilt. Die meisten der Prognosen der Banken am Jahresanfang für das Jahresende 2012 sind bereits erreicht oder gar deutlich übertroffen.

Doch das Jahr hat gerade erst begonnen. Und in diesem Tempo kann und wird es wohl kaum weitergehen. Erste Zeichen für einen – zumindest kurzfristigen -  Rückgang liefert die Charttechnik. So sind die in der technischen Analyse unter Investoren viel beachteten Indikatoren RSI (Relative-Stärke-Index) und MACD (Moving Average Convergence/Divergence) auf bestem Wege, ihre oberen Wertebereiche zu erreichen und mahnen kurzfristig orientierte Anleger zu erhöhter Aufmerksamkeit.

Mein Tipp fürs Wochenende: machen Sie sich heiße Gedanken über die weitere Entwicklung an den Wertpapiermärkten, dann können Ihnen die eisigen Minusgrade nichts anhaben.   

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr Kay Homann

Börsen Hamburg und Hannover

Trügerischer Optimismus

Transaktionssteuer – warum eigentlich?

Der Nächste, bitte!

Januar lässt auf starkes Börsenjahr hoffen

Sonstige Fonds gewinnen zunehmend an Bedeutung

Neues Seminarprogramm an den Börsen Hamburg und Hannover

Asset Allocation: Die richtige Vermögensaufteilung - Folge 7

Trügerischer Optimismus

Der Jahresauftakt 2012 ist beeindruckend und wirkt wie Balsam für die strapazierten Seelen der Börsianer. Nach dem alles andere als einfachen Jahr 2011 beeindruckt derzeit die relative Stärke der internationalen Aktienmärkte. Jegliche positive Nachricht wird zum Anlass genommen, die Aktienkurse weiter anzufeuern.

Wie ist diese starke Aufwärtsentwicklung zu begründen? Zum einen durch die Aktivitäten der Notenbanken: Mit der reichlich zur Verfügung gestellten Liquidität schaffen sowohl die Fed als auch die EZB günstige Rahmenbedingungen. Zum anderen sind es auch gute Konjunkturdaten in den USA oder in Deutschland, welche die Börsianer entzücken. Der Markteinfluss institutioneller Anleger ist zu Jahresbeginn ebenso nicht zu unterschätzen. Traditionell hohe Mittelzuflüsse führen zu einem akuten Anlagebedarf. Kurssteigerungen provozieren Performancedruck bei denjenigen, die am Aktienmarkt unterinvestiert sind. Der Versuchung, noch schnell auf den fahrenden Zug aufzuspringen, widerstehen nur wenige. Und rund um die Schuldenkrise bleiben nicht nur die Belastungsfaktoren aus, Krisenländer wie Italien und Spanien platzieren sogar zu günstigeren Konditionen erfolgreich Anleihen.

Erinnerungen an das erste Halbjahr 2011 werden wach. Die Marktteilnehmer ignorierten seinerzeit die drohende Eskalation der Schuldenkrise. Stattdessen herrschte ungebremster Konjunkturoptimismus vor, der die Aktienindizes in freundliche Höhen steigen ließ. Das Ende ist bekannt.
Die Frage ist, wie lange kann der Markt weiter steigen? Die Schuldenkrise wütet weiter. Italien und Spanien müssen erst noch beweisen, dass die auf den Weg gebrachten Reformen und Gesetze den gewünschten Erfolg bringen. In den Umschuldungsverhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern steht eine Einigung weiter aus. Verdächtig ruhig geworden ist es um die Troika, die vor knapp zwei Wochen in Athen eintraf. Keine Wasserstandsmeldungen, lediglich hier und da Andeutungen von EU-Politikern, dass der griechische Geldbedarf etwas höher sein könnte. Konjunkturell wächst in Europa nur noch Deutschland, während in den USA angesichts des Wahlkampfs großer Konjunktur-(Zweck-)Optimismus herrscht – und die Häuserpreise weiter fallen. Ob das Wachstum in den aufstrebenden Ländern stark genug bleibt, um die Schwächen der herkömmlichen Industrieländer auszugleichen, ist fraglich.

Werfen wir ein Blick auf die Unternehmen: Sieht man einmal von Apple ab, lässt der Optimismus manch eines zyklischen Unternehmens deutlich nach. Prominentes Beispiel hierfür ist Siemens. Insgesamt sind die Gewinnschätzungen für 2012 noch zu optimistisch, Enttäuschungspotenzial baut sich auf. In Amerika konnte bisher nur gut die Hälfte der bisher berichtenden Unternehmen die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen. Das ist deutlich weniger als in den Quartalen zuvor und vor allem weniger als im langfristigen Durchschnitt.
Im derzeitigen Stimmungsumfeld sind weitere Kursgewinne möglich. Wer jedoch mit keinen negativen Nachrichten rund um die Schuldenkrise mehr rechnet, wird sein blaues Wunder sicherlich noch erleben. Belastungen von konjunktureller Seite sind in den kommenden Wochen ebenfalls wahrscheinlich, sodass der Markt derzeit ein nicht unerhebliches Rückschlagpotenzial aufbaut. Der richtige Zeitpunkt zum Wiedereinstieg muss sorgfältig gewählt werden, denn das tiefere Kursniveau bietet ein umso höheres Kurspotenzial...

 

 

 

 

 

Carstenn Gerlinger

CEFA Senior-Portfoliomanager
Quint:Essence Capital S.A.,
Munsbach/ Luxemburg

www.Quint:Essence.lu

 

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Transaktionssteuer – warum eigentlich?

In den letzten Tagen hörten wir sehr oft davon, dass unsere Kanzlerin eine Transaktionssteuer einführen möchte. Noch einen Schritt weiter geht der französische Staatspräsident Sarkozy, der die Einführung bereits zum 1. August 2012 plant.

Doch wem nutzt die neue Steuer, und wem schadet sie? Nun, die Befürworter der neuen Steuer wollen diejenigen an den Kosten beteiligen, die angeblich die Krise mitverursacht haben. Hier also insbesondere die Hedge-Fonds und die Spekulanten. Schon alleine diese Aussage ist blanker Unsinn. Auch eine noch so hoch angesetzte Steuer hätte die Schönfärberei, um es vorsichtig auszudrücken, der Griechen nicht verhindern können. Tatsache ist doch, dass diese Steuer insbesondere den „kleinen“ Sparer treffen wird. Die Hedge-Fonds und Spekulanten werden ihre Transaktionen dort durchführen, wo diese Steuer nicht erhoben wird. Dazu brauchen sie nicht einmal Europa zu verlassen. England lehnt diese Steuer strikt ab!

Der eine oder andere von Ihnen mag denken, was soll diese ganze Diskussion wegen 0,1 Prozent Steuer auf die jeweilige Finanztransaktion, d. h. bei z. B. 10.000 Euro fallen gerade einmal 10 Euro an. Diese Aussage ist richtig und gleichzeitig falsch. Ich wäre ein absoluter Befürworter der Transaktionssteuer, wenn da nicht noch die Abgeltungssteuer wäre, die, wie von mir bereits ausgeführt, von jetzt 25 auf 32 Prozent erhöht und dann auf den persönlichen Steuersatz erhoben werden soll, so zumindest die momentane Forderung der SPD, wie im Übrigen auch die Linken und die Grünen verlauten ließen. Ich frage mich nur, wer hier eigentlich noch sparen soll. Es kann einfach nicht angehen, dass der Sparer ständig für das Fehlverhalten anderer zur Kasse gebeten wird. Das Ganze dann noch damit zu begründen, dass die Spekulanten an den Kosten der Finanzkrise beteiligt werden sollen, ist eine Farce. Es geht einfach darum, wieder eine neue Steuer einzuführen, um die Schulden derjenigen zu bezahlen, die mehr ausgeben, als sie haben.

Fakt ist: Wer das Sparen nicht fördert, darf sich nicht wundern, wenn keine Rücklagen mehr gebildet werden. Wozu das führt, sehen wir in Griechenland. Es bleibt nur zu wünschen, dass es auch noch den einen oder anderen Politiker gibt, der seinen Verstand benutzt und nicht nur an die nächste Wahl denkt. Man kann von seinen Bürgern nicht das Sparen einfordern und sie im Gegenzug dafür bestrafen – mit dieser Aussage gehen Sie mit Sicherheit konform.

 

 

 

 

Hubert Weinlich

Vorstand der Finanzmatrix AG

www.Finanzmatrix.de

 

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Der Nächste, bitte!

Während sich „das Land, wo die Zitronen blühen“ – Italien – langfristig günstiges Geld am Kapitalmarkt leihen konnte, stimmt man in Portugal melancholische Fado-Musik an. Die Fundamentaldaten sprechen eine deutliche Sprache, in Portugal rechnet man mit einem Schuldenschnitt. Die Anleihen des Landes verzeichneten zu Wochenbeginn weitere Kursverluste. Für zehnjährige Anleihen wurden Renditen um 16 Prozent aufgerufen, für zweijährige Titel wurden rund 19 Prozent aufgerufen. Die Tatsache, dass kurzfristige Anleihen über langfristigen Anleihen rentieren, gilt allgemein als Alarmstufe Rot. Am deutschen Rentenmarkt machten sich nach der Rally der vergangenen Tage erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Trotz deutlich schwächerer US-Konjunkturdaten bewegte sich die Zinsstrukturkurve nur marginal. So erhöhte sich die Rendite für zehnjährige Bundeswertpapiere nur marginal auf 1,81 Prozent.

Land in Sicht

Weiterhin gibt es keine Einigung zwischen den privaten Gläubigern und Griechenland über die Modalitäten eines Schuldenschnitts. Allerdings erklärte der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos, man wolle bis zum Ende der Woche eine Einigung erreichen.

Fiskalpakt

Fast alle Staats- und Regierungschefs der EU-Länder haben sich am Wochenanfang auf den zuvor viel diskutierten Fiskalpakt geeinigt. Bereits im März soll der Pakt unterzeichnet werden, obwohl er erst im Januar 2013 in Kraft treten wird. Erwartungsgemäß werden Großbritannien und die Tschechische Republik nicht unterzeichnen. Alle anderen 25 EU-Staaten sind vom Fiskalvertrag überzeugt. Bei Haushaltsverstößen sind entsprechende Sanktionen vorgesehen – deren genaue Ausgestaltung noch abzuwarten ist. Länder, die den Vertrag unterzeichnen, werden im Bedarfsfall Geld aus dem ständigen Rettungsmechanismus (ESM) erhalten. Die Einführung des ESM wird auf den 1. Juli 2012 vorgezogen. Eine Aufstockung des Volumens dürfte in Zukunft weiter diskutiert werden. Zunächst bleibt es bei dem geplanten Betrag in Höhe von 500 Milliarden Euro.

Unternehmensanleihen sind Trumpf

Das Emissionsjahr 2012 fängt für Unternehmensanleihen gut an. Die Firmen langen kräftig zu und bringen umfangreiche Emissionen in Euro und Fremdwährungen an den Kapitalmarkt. Auch die Familienholding Franz Haniel & Cie, die größter Aktionär des Handelskonzerns Metro ist, brachte zur Wochenmitte einen neuen Bond (WKN: A1MLPA). Die Firmenanleihe wird mit 6,25 Prozent verzinst und am 8. Februar 2018 endfällig. Die Anleihe wird in der anlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro an den Börsen Hamburg und Hannover gehandelt.

Umsatzspitzenreiter der Woche

3,75 % Bundesanleihe 06/17 (WKN: 113531), fällig: 04.01.2017, Kurs: 114,395, Rendite: 0,76 Prozent, Umsatz: 50.000.000 Euro

5,125 % TUI Anleihe (WKN: TUAG01), fällig: 10.12.2012 Kurs: 101,35, Rendite: 3,51 Prozent, Umsatz: 500.000 Euro

 
 

 

mwb fairtrade

 

 

 

Annette Weirauch

Skontroführung Börse Hannover

 

 

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Januar lässt auf starkes Börsenjahr hoffen

Mit der zurückliegenden Berichtswoche endete auch schon der erste Monat des Jahres 2012. Ein Monat, der Balsam war für die geschundenen Anlegerseelen, die sich noch von den Strapazen des letzten Börsenjahres erholen. Und es war ein Auftakt nach Maß!

Im Januar hatte der DAX eine Steigerung von über 11 Prozent zu verzeichnen und etablierte sich scheinbar dauerhaft über 6.500 oder sogar 6.600 Punkten. Das Jahrestief im DAX sahen wir am 2. Januar, also dem ersten Handelstag. In der Vergangenheit war dies immer ein gutes Zeichen und ein starker Januar gab, unter normalen Bedingungen, einen Hinweis auf den weiteren Verlauf des Börsenjahres. Die Anleger fassen wieder neuen Mut und selbst „Abwertungsorgien“ der Ratingagenturen, die in der Vergangenheit noch zu Panikreaktionen an den Märkten geführt haben, werden nun mit Schulterzucken zur Kenntnis genommen. Es hat ein Gewöhnungsprozess stattgefunden, man nimmt die „Bedrohungen“ zwar wahr, aber lässt sich nicht einschüchtern, sondern schaut auf die wirtschaftlichen Umstände der einzelnen Unternehmen, und eben diese sehen, gerade bei vielen deutschen Firmen, glänzend aus.

Dem Anleger, der nicht auf Einzelaktien setzen will, bieten sich hier gute Aktienfonds, die in deutsche Standardtitel investieren. Einen bekommen die Anleger an der Börse Hamburg in diesem Monat besonders günstig, den Pioneer Aktien Deutschland (WKN: 976950) mit einem Spread von maximal 0,25 Prozent. Hiermit investiert der Anleger in deutsche DAX-Titel und somit auf einen weiteren Aufschwung der heimischen Wirtschaft, die auf der einen Seite solide aufgestellt ist und auch in den Wachstumsmärkten mehr als einen Fuß in der Tür hat.

 
 
 
mwb fairtrade

 

 

Oliver Wetekamp

Skontroführer für Investmentfonds an der Börse Hamburg

 

www.mwbfairtrade.com

Hier gehts zum Handel mit Investmentfonds an der Börse Hamburg

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Sonstige Fonds gewinnen zunehmend an Bedeutung

In der aktuellen Handelswoche konnten bereits 70 Anteile an geschlossenen Fonds erfolgreich vermittelt werden. Der Großteil des Umsatzes fand mit rund 1,5 Millionen Euro im Segment der Immobilienfonds statt. Unter anderem wechselte ein Anteil am HCI Real Estate BRIC + den Besitzer: Die 200.000 US-Dollar-Beteiligung konnte zu einem Kurs von 65 Prozent vermittelt werden. In den vergangenen zwölf Monaten wurde knapp eine Million US-Dollar mit einer Kursspanne von 59,5 bis 70 Prozent gehandelt. Der Fonds investiert in vier ausgewählte Zielfonds, die ihrerseits in Immobilien in Brasilien, Russland, Indien und China investieren. Gemäß jüngst veröffentlichtem Zwischenbericht 2010 verfügen die Immobilienportfolios der Zielfonds über das Jahr 2010 hinweg über eine positive Performance.

Besonders erfreulich ist jedoch auch die Entwicklung im Segment der sonstigen Fonds. Dazu gehören unter anderem Private Equity, erneuerbare Energien, Flugzeugfonds und Lebensversicherungsfonds. Diese gewinnen sowohl bei privaten als auch institutionellen Investoren zunehmend an Bedeutung. Im Jahr 2011 stieg der Anteil am Gesamtumsatz auf 14 Prozent; im Januar des laufenden Jahres sowie auch in der aktuellen Woche lag der Anteil bei 25 Prozent am Gesamtumsatz.

 

 

 

 

Alex Gadeberg

Vorstand der Fondsbörse Deutschland
Beteiligungsmakler AG

www.zweitmarkt.de

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Ein solides Wissen über die Anlagemöglichkeiten und die vielfältigen Strategien im Wertpapierbereich ist die Basis für ein erfolgreiches Investment. Speziell den Privatanlegern möchten die Börsen in Hamburg und Hannover dabei helfen, dieses Wissen schnell und effektiv zu erlangen.

Unsere Experten erläutern Ihnen kompetent und verständlich die wichtigsten und interessantesten Themen rund um die Wertpapieranlage. Dabei werden die Seminargruppen bewusst klein gehalten; so sind individuelle Fragen und kleinere Diskussionsrunden mit den Referenten möglich.

Zum Seminarprogramm der Börse Hamburg gelangen Sie hier.

Zum Seminarprogramm der Börse Hannover gelangen Sie hier.

 
 

 

 

Hier können Sie sich zu den
Seminaren anmelden:

für Hamburg
040 - 361 302 - 0

für Hannover
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oder unter www.boersenag.de

 

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Asset Allocation: Die richtige Vermögensaufteilung - Folge 7 (Ende)

"Einfach, günstig, langfristig: so gelingt eine ausgewogene Vermögensaufteilung" -  Interview mit Dr. Thomas Ledermann

Herr Dr. Ledermann, welche Grundregel sollten Anleger bei der Aufteilung ihres Vermögens auf jeden Fall beachten?

Neben der Grundregel schlechthin – das Risiko zu streuen – sollten Anleger ihre Vermögensanlage langfristig ausrichten. Ein ständiger Wechsel zwischen einzelnen Anlagen, wie man es zum Beispiel beim sogenannten Tagesgeld-Hopping beobachten kann, ist nicht sinnvoll. Denn Wechseln kann sehr aufwändig sein, was Zeit und oft auch Geld betrifft. Wichtig ist die Aufteilung nicht nur auf mehrere einzelne Titel,  sondern auch auf unterschiedliche Anlageklassen. Denn manche Ziele lassen sich nur mit bestimmten Anlageklassen erreichen – beispielsweise können bestimmte Renditeziele nur über renditestärkere Anlagen wie Aktien realisiert werden. Die Kurse von Aktien können aber schwanken, anders als etwa bei Banksparprodukten. Das müssen Anleger aushalten können.

Wie können Privatanleger auch ohne große Vorkenntnisse ihre Anlagerisiken streuen?

Bei Investmentfonds ist die Risikostreuung quasi schon im Bauplan vorgegeben: Denn jeder Investmentfonds investiert in viele unterschiedliche Titel. Außerdem überträgt der Anleger bei aktiv gemanagten Fonds dem Fondsmanager die Aufgabe, kontinuierlich die Gewichtungen im Portfolio anzupassen, neue Titel hinzuzufügen oder andere zu verkaufen. Weil oft ein enormes Fondsvolumen verwaltet wird, sind die Kosten für den Kauf und Verkauf einzelner Anlagen für einen Investmentfonds viel geringer, als wenn jeder einzelne Anleger selbst diese Käufe und Verkäufe tätigen müsste – vom zeitlichen Aufwand einmal ganz abgesehen.

Was sollte der Anleger beim Umschichten berücksichtigen?

Da beim Kauf und Verkauf von Anlageobjekten Kosten entstehen können, sollten Anleger beim Orderweg genau hinschauen. Investmentfonds zum Beispiel können Anleger in der Filialbank, bei Online- und Discountbrokern sowie an den Börsen kaufen und verkaufen. Die Börse Hamburg war 2002 Vorreiter im börslichen Handel mit Investmentfonds. Heute erhalten Anleger bei uns mehr als 4.300 Fonds, und zwar ohne Ausgabeaufschlag. Das senkt die Kosten ganz erheblich und stellt einen deutlichen Vorteil gegenüber anderen Orderwegen dar.

Vielen Dank für das Interview.

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Thomas Ledermann

Geschäftsführer Börse Hamburg und Vorstandsmitglied der Börsen AG

www.boersenag.de

 

 

 

 

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