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Börse Aktuell 06.01.2012
Liebe Leserinnen und Leser,

endlich ist das neue Jahr da, auf das wir uns doch alle irgendwie gefreut haben. Schluss mit all den Rettungsschirmen, den Sonderfonds, dem Gipfeltourismus und all den alternativlosen Alltagsdingen. Neuer Start – neues Glück.

Doch was müssen wir in den ersten Tagen des neuen Jahres feststellen - die Sorgen haben es irgendwie auch ins neue Jahr geschafft. Schlimmer noch - es sind neue hinzugekommen. So beschleicht mich beim Blick auf die Kurse derzeit die Sorge, ich könnte an der Börse etwas verpassen. Kaum ist der letzte Böller am Silvester verschossen, da startete bereits das nächste Feuerwerk – diesmal als kleines „Kursfeuerwerk“. Und ich bin nicht dabei. Was übrigens gefühlt noch viel schlimmer ist als umgekehrt.

Eine alte Börsenweisheit besagt, so wie sich die Kurse an den ersten Tagen des Januars entwickeln, so wird das Börsenjahr enden. Kommt hinzu, dass sich die Riege der Analysten weitgehend einig ist, dass es ein besseres, sogar ein gutes Börsenjahr werden könnte. Hab ich also den Einstieg verpasst? Mag sein. Aber all die derzeit abgedruckten positiven Börsen- und Konjunkturprognosen sind leider alles andere als „alternativlos“; es könnte nämlich auch ganz anders kommen.

Startete der Januar 2011 mit einem Plus von rund 1,5 % nicht auch relativ gut? Und haben die Auguren zu Beginn des Jahres 2011 nicht auch „himmlische“ Prognosen abgegeben. Ich erinnere mich noch an das „Highlight“ aller Voraussagen (wer? der Gentlemen schweigt) von 9.000 Punkten im DAX. Mit einer Differenz von über 3.100 (!) Punkten bzw. 34,4 % wurde die Realität am Ende nur „knapp“ verfehlt. Analysten sind eben auch nur Menschen. Immerhin gab es auch einen (!) Lichtblick; die Helaba war mit ihrer Prognose von 6.200 DAX-Punkten zu Beginn des Jahres 2011 nicht wirklich „mainstream“, lag am Ende aber ganz weit vorn. „Wer zuletzt lacht, lacht eben am besten“. Sollten die Anlage-Strategen der Helaba auch in diesem Jahr Recht behalten, dann müsste man sich allerdings wirklich langsam sputen. Immerhin werden 7.000 DAX-Punkte zum Jahresende 2012 angepeilt.

Wie dem auch sei, wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Börsenjahr ganz im Sinne wie es der Altmeister der Börsenspekulation André Kostolany einmal formulierte: „in 51 Prozent aller Fälle liege ich richtig, zu 49 Prozent greife ich daneben. Und von den zwei Prozent Unterschied lebe ich".

Ihr Kay Homann

Börsen Hamburg und Hannover

Alles wird gut

Asset Allocation: Die richtige Vermögensaufteilung - Folge 3

Mit halber Kraft voraus

Neue EFSF-Anleihe

Börse Hannover: Fondsservice Hannover erfreut zunehmend mehr Anleger

Zurückhaltender Start ins Jahr 2012

Alles wird gut

Geht es Ihnen wie mir, im Prinzip herrscht Ratlosigkeit wohin man auch sieht?! Die Politik hat schon lange keine Vorbildfunktion mehr und nun auch noch die Vorkommnisse um unseren Bundespräsidenten. Er soll Souveränität ausstrahlen und für sein Volk Repräsentant sein, ein Leitbild. Doch aus diesem Leitbild ist ein Leidbild geworden. Da werden, anscheinend durch seine Verbindungen zu Banken und Wirtschaft, niedrigere Zinsen vereinbart, dann wird versucht, die Pressefreiheit einzuschränken, und am Schluss wird Demut gezeigt und Reue, na dann kann es ja weiter gehen. Wie gesagt, "alles wird gut".

In der Wirtschaft sieht es nicht anders aus, da leiht die EZB den Banken 500 Millionen EUR, für 3 Jahre, zu 1 % Zinsen. Und was machen die Banken, sie vergeben keine Kredite an Unternehmen, nein, sie legen die jeweiligen Beträge einfach wieder zu Minizinsen bei der EZB an. Da fragt man sich doch: warum haben sich die Banken das Geld geliehen? Ein Grund könnte sein, dass irgendwann wieder Staatsanleihen zu 100 % abgesichert werden, einen höheren Zins bieten und das Geld dann ohne jedes Risiko hier angelegt wird - wie gesagt, nur eine Vermutung. Das ganze Vorgehen der EZB wäre dann jedoch kontraproduktiv, irgendjemand muss schließlich die Zinsdifferenz zahlen. Am Ende ist dies unter Garantie wieder der Steuerzahler.

Noch verrückter lief es in der abgelaufenen Woche bei der Versteigerung von Geldmarktpapieren der Niederlande ab. Die Laufzeit betrug drei Monate, die Rendite lag bei 0,0 %, so die niederländische Schuldenagentur. Mit einer Laufzeit von einem Jahr mussten die Niederländer gerade einmal 0,05 Prozent Zinsen zahlen. Insgesamt wurden etwas mehr als 4,5 Milliarden Euro aufgenommen. Bevor Sie Ihr Geld also unverzinslich anlegen, lohnt ein Blick auf große Konzerne, deren Eigenkapital den Börsenwert bei weitem übersteigt. So beträgt z.B. der Börsenwert von VW, Daimler und der russischen Gazprom 183 Milliarden EUR, ihr Eigenkapital jedoch 260 Milliarden EUR. Wenn Ihnen Einzelwerte zu riskant sind, schauen Sie sich doch einmal den DAX an, dessen Wert seit Mitte 2007 um 250 Milliarden EUR auf ca. 670 Milliarden EUR gefallen ist. Langfristig werden Sie diese Werte nicht mehr so günstig erhalten. Mit anderen Worten, wenn Sie in den genannten Werten oder im DAX investiert sind, sollten Sie sich einen Ausstieg zweimal überlegen und über einen Einstieg nicht zu lange nachdenken.

Zum Schluss noch ein kleiner Seitenhieb auf unsere Politiker. Da wollen doch die ganz schlauen Rechner einiger großer Parteien die Abgeltungssteuer von 25 % auf mindestens 32 % erhöhen und dann am liebsten weiter nach oben schrauben, bis auf den persönlichen Steuersatz. Die Begründung ist geradezu absurd. Diese schlauen Rechner haben festgestellt, dass nach Einführung der Abgeltungssteuer weniger Einnahmen aus Kapitalvermögen beim Bundesfinanzministerium eingegangen sind als vor Einführung der Abgeltungssteuer. Hätten sich diese Herrschaften einmal mit der Zinsentwicklung in Deutschland befasst, dann wäre ihnen sicherlich aufgefallen, dass in der Vergangenheit auch in Deutschland teilweise bis zu 8 % Zinsen gezahlt wurden. Momentan ist es in Deutschland ähnlich wie in den Niederlanden, dort werden keine oder nur niedrige Zinsen gezahlt. Dementsprechend kann man logischerweise auch keine Abgeltungssteuer vereinnahmen, egal wie weit man den Abgeltungssteuersatz auch erhöht. Dass eine solche Diskussion kontraproduktiv ist und nur dazu führt, dass auch noch der letzte "dumme" Deutsche mit dem Sparen aufhört und lieber sein Geld verkonsumiert, hat diese Politikergeneration noch nicht verstanden. Das Problem werden wir dann in ca. 10 – 20 Jahren mit voller Härte zu spüren bekommen, wenn eine ganze Rentnergeneration ohne Rücklagen dasteht. Ein nahe liegendes Szenario, das zu erheblichen Unruhen führen kann. Aber dies ist eine andere Geschichte und denken Sie daran: "alles wird gut".

 

 

 

Hubert Weinlich

Finanzmatrix AG

www.finanzmatrix.de

 

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Mit halber Kraft voraus

Eine schwächere bis schwache Konjunktur in der ersten Jahreshälfte bei guter Aussicht auf eine Erholung im zweiten Halbjahr 2012: So in etwa lautet ein derzeit plausibles Makrobild. Auch wenn dieses Szenario mit erhöhter Unsicherheit behaftet ist, taugt es bei der aktuellen Aktien-Selektion wohl ganz gut als Arbeitshypothese. Es ist verfrüht, sich jetzt bereits darauf einzustellen, dass es noch schlimmer wird und wir wegen des Anpassungsprozesses in Deutschlands südlichen Nachbarstaaten nunmehr vor den sieben mageren Jahren stehen. Gerade sechs Monate, nachdem erstklassige Ökonomen ein Goldenes Zeitalter haben anbrechen sehen, ist mir eine solche gedankliche Korrektur zu drastisch.

Je nach Anleger-Typus kommen Dividendentitel in Frage, die entweder hohe Wachstumsraten oder aber stabile Renditen versprechen. Vertreter aus Branchen, die sogar beide Qualitäten aufweisen, sind für die Phase des konjunkturellen Abschwungs selbst unter den Champions der deutschen Produktindustrie kaum auszumachen. Was unser Depot aber auch in Zeiten zurückgeschraubter Ansprüche nicht nötig hat, das sind Engagements in Werten, deren operatives Geschäft in der Schrumpfungsdynamik keine gesicherten Zahlungsmittelüberschüsse generiert, die dann zudem aber auch in einem ab Herbst hoffentlich einsetzenden Konjunkturfrühling weiter zurückfallen werden.

Finanzindustrie und Energiewirtschaft bleiben somit weiterhin vom Favoritenkreis ausgesperrt.

Die Hamburger Kupferhütte Aurubis verfügt über die Qualität, während unterschiedlicher Phasen des konjunkturellen Zyklus zuverlässig Zahlungsmittelüberschüsse und ansprechende operative Erträge zu erwirtschaften. Dies sichert den Aktienkurs nach unten ab, auch wenn sich die hervorragende Nachfragedynamik der letzten beiden Geschäftsjahre zunächst einmal nicht fortsetzt. Eine Pause also bei den „Siegesmeldungen“ – da wird sich Aurubis mit den Zwischenberichten zur ersten Jahreshälfte 2012 wohl in das Gesamtbild einreihen. Das auf unterschiedlichen Gliedern der Wertschöpfungskette aufgebaute Vertriebsmodell wird insgesamt aber auch in der Krise hervorstechen und überzeugen. Und wenn die Märkte schließlich wieder den Aufschwung ins Blickfeld nehmen, dann wird Aurubis eben mit ganzer Kraft vorankommen.

 

 

Oliver Drebing

Vorstand der SRH AlsterResearch AG in Hamburg

www.Alsterresearch.de

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Neue EFSF-Anleihe

Der europäische Rettungsfonds (EFSF) plant die Aufnahme von drei Milliarden Euro über eine Anleihe mit dreijähriger Laufzeit. Die Auktion solle bald erfolgen und werde von der Deutschen Bank, der Credit Suisse und der Société Générale durchgeführt, teilte der Fonds mit. Mit dem Geld sollen die Hilfsprogramme für Irland und Portugal finanziert werden. Bisher ist der Rettungsfonds EFSF mit kurzlaufenden Geldmarktpapieren und Anleihen mit einer Laufzeit von fünf und zehn Jahren an den Markt gegangen. Ziel ist es, den Anlegern Anlagemöglichkeiten über die gesamte Renditekurve anzubieten.

Bund startet gut in das neue Jahr

Der Bund hat zur Wochenmitte die jüngste zehnjährige Bundesanleihe (WKN: 113546) erfolgreich aufgestockt. Die Anleihe konnte ohne Probleme am Kapitalmarkt platziert werden. Im November war der Bund auf einem Teil des Anleihevolumens sitzengeblieben.

Neuer EZB-Chefvolkswirt

Der Belgier Peter Praet ist neuer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Es schien zuvor ausgemacht, dass ein Deutscher (Jörg Asmussen) oder ein Franzose (Benoit Coeuré) das Rennen machen würde. Praet zählt im sechsköpfigen Direktorium und auch im Rat der EZB, dem zusätzlich die 17 nationalen Notenbankgouverneure angehören, in der Krisenpolitik zu den Skeptikern. In Diskussionen hat er stets darauf gedrungen, die Käufe von Staatsanleihen möglichst gering zu halten. Der Chefvolkswirt hat im EZB-Rat eine herausragende Rolle. Bei den monatlichen Zinsentscheidungen legt er mit einem einleitenden Vortrag über die Wirtschaftslage und die monetäre Analyse die Basis für die Diskussion. Dabei kann er die Argumente gewichten und endet mit einem konkreten Vorschlag für den Leitzins. Im Anschluss macht der EZB-Präsident seinen eigenen Vorschlag.

Neueinführungen an der Börse Hannover

Die Emissionspipeline am Rentenmarkt ist wieder geöffnet: Pünktlich zum Jahresauftakt bringt BMW eine Dual-Tranche an die Börse. Die dreijährige Anleihe (WKN: A1GY1W) wird mit 2,125 Prozent verzinst, die siebenjährige (WKN: A1GY1X) wirft 3,25 Prozent Zinsen ab. Die Finanzierungstocher von Renault, die RCI Banque, verzinst ihren neuen Bond (WKN: A1GY0W) mit 5,625 Prozent. Die Unternehmensanleihe wird am 13. März 2015 endfällig. Alle Anleihen werden in der privatanlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro ab dem 6. Januar 2012 an den Börsen Hamburg und Hannover gehandelt.

Umsatzspitzenreiter der Woche

6,375 % Otto Anleihe 09/13 (WKN: A1CRZZ), fällig: 20.11.2013, Kurs: 105,50, Rendite: 3,29 Prozent, Umsatz: 500.000 Euro

2,00 % Bundesanleihe 11/22 (WKN: 113546), fällig: 04.01.2022, Kurs: 101,21, Rendite: 1,87 Prozent, Umsatz: 20.000.000 Euro

 

 

mwb fairtrade

 

 

Annette Weirauch, Skontroführung Börse Hannover

Mehr Orientierung durch Rentenofferte
Unter www.boersenag.de können Anleger interessante, von den Maklern ausgewählte Anleihen abrufen.

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Börse Hannover: Fondsservice Hannover erfreut zunehmend mehr Anleger

Fondsanleger entdecken und nutzen für ihre Investments zunehmend die Vorteile des noch jungen „Fondsservice Hannover“ an der Börse Hannover.

Das Besondere am „Fondsservice Hannover“ ist, dass Anleger  Fondsanteile über die Börse Hannover zum offiziellen Rücknahmepreis (auch NAV - Net Asset Value - genannt) erwerben können, welchen die Fondsgesellschaften einmal täglich veröffentlichen.

Für Anleger entfallen damit nicht nur die Ausgabeaufschläge, sondern auch die beim klassischen Fondshandel möglichen untertägigen Preisschwankungen.

Sehr günstig sind auch die Gebühren. Unabhängig von der Höhe des Order-Volumens zahlen Anleger beim Fondskauf über die Börse Hannover lediglich 15,- Euro pro Order (Maklercourtage und Börsenentgelt); zzgl. individueller Bankspesen.

Die Vorteile des neuen Service zu nutzen ist ganz leicht. Anleger geben einfach eine entsprechende Order über Ihr Kreditinstitut bzw. Ihren Online-Broker an die Börse Hannover auf. Ein Wechsel der Bankverbindung oder die Einrichtung eines neuen Wertpapierdepots ist nicht erforderlich.

Wie auch Sie die Vorteile des „Fondsservice Hannover“ künftig nutzen können und welche Fonds zur Verfügung stehen, erfahren Sie hier.

 

 

 

Hier gehts zum Fondsservice der Börse Hannover

 

 

 

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Zurückhaltender Start ins Jahr 2012

In der ersten Handelswoche des neuen Jahres hat sich die Zurückhaltung der Anleger fortgesetzt. Trotz eines fulminanten Starts des DAX an den ersten beiden Handelstagen mit einem Plus von in der Spitze über 5 Prozent konnten sich die Investoren nicht von ihrer Ängstlichkeit befreien. Auch wenn die Euro-Schulden-Krise zurzeit die Titelseiten der deutschen Presse nicht dominiert, ist sie doch bei dem Großteil der Anleger sehr präsent. Viele schlechte Jahresprognosen von Börsen- und Wirtschaftsexperten taten ihr Übriges.

Großes Augenmerk lag in dieser Woche auf dem DJE Real Estate (WKN: A0B752). Die Fondsgesellschaft hatte Ende vergangener Woche bekannt gegeben, dass sie die Ausgabe und Rücknahme der Anteile des Immobiliendachfonds aussetzt und ihn abwickeln wird. Danach war der Börsenkurs des Fonds um über 30 Prozent eingebrochen. Die Börse ist jetzt die einzige Möglichkeit für investierte Anleger, vor der Liquidierung, welche sich über mehrere Jahre hinziehen kann, an ihr Geld zu kommen. Dafür muss allerdings ein nicht unerheblicher Abschlag zum Nettoinventarwert, welcher weiterhin börsentäglich von der Fondsgesellschaft berechnet und veröffentlicht wird, akzeptiert werden. Wer also nicht zwingend auf das Geld angewiesen ist, sollte sich überlegen, ob er diesen verschmerzen kann.

 
 
mwb fairtrade

Stefan Wildner

Skontroführer für Investmentfonds an der Börse Hamburg

www.mwbfairtrade.com

Hier gehts zum Handel mit Investmentfonds an der Börse Hamburg

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Asset Allocation: Die richtige Vermögensaufteilung - Folge 3

Warum Vermögensaufteilung für den Anlageerfolg entscheidend ist

Der US-amerikanische Ökonom Harry M. Markowitz erhielt 1990 den Nobelpreis für Wirtschaft: Er hatte nachgewiesen, dass mehr risikobehaftete Anlagen im Portfolio durch eine geschickte Mischung nicht unbedingt zusätzliche Risiken für den gesamten Vermögenskorb bringen müssen. Wer beispielsweise Aktien und Anleihen mischt, kann mit zusätzlichen Anlagen zusätzliche Chancen nutzen, ohne das Risiko zu erhöhen. Er kann unter Umständen sogar das Risiko reduzieren. Bereits 1952 erkannte Markowitz, dass das Risiko eines Portfolios unterschiedlicher Werte immer kleiner oder gleich der Summe der Einzelrisiken im Portfolio ist. Mit seinem „Erwartungswert-Varianz-Modell“ gab Markowitz den Startschuss für die moderne Portfolio-Theorie. Die Lehre daraus: Indem Anleger ihr Vermögen auf mehrere Anlageklassen verteilen, die sich unter unterschiedlichen Marktbedingungen gut oder schlecht entwickeln, können sie sich vor größeren Verlusten schützen. Der historische Vergleich zeigt: Die drei wichtigsten Anlageklassen – Aktien, Anleihen und Geldmarktpapiere – haben sich zur selben Zeit nicht gleich entwickelt. Marktbedingungen, die die Entwicklung einer Klasse begünstigen, sind für die Entwicklung einer anderen oft ungünstig. Wer mehrere Anlageklassen ins Depot holt, sein Portfolio also diversifiziert, kann mögliche Verluste einer Klasse durch die Gewinne einer anderen ausgleichen.  

Entwicklung der Assetklassen in unterschiedlichen Marktphasen

Eine Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen führt nur dann zu einem breit gestreuten Risiko, wenn sich die Anlagen im Portfolio unabhängig voneinander entwickeln. Eine rückblickende Analyse der Fondsgesellschaft Fidelity Worldwide Investment zeigt zum Beispiel, dass Aktien gerade im Aufschwung an Wert gewinnen, während in dieser Marktphase Rohstoffe eher an Wert verlieren. Anleihen und Geldmarktpapieren dagegen kommen vor allem steigende Preise durch eine offensive Geldpolitik der Notenbanken (genannt „Reflation“) zugute.

Zahlenangaben in Prozent Anleihen  Aktien Rohstoffe
Geldmarkt-papiere
 Reflation  10,6 -0,1 -25,3
3,4
 Aufschwung  6,7  20,7  -8,2  2,1
 Überhitzung  0,0  8,1  18,9  0,8
 Stagflation  -1,1  -14,9  29,6  -0,8
Durchschnittlicher Ertrag  3,4 5,2
 4,0  1,3

Tabelle 1: Rückblickende Analyse der Entwicklung von vier Assetklassen: Unterschiedliche Erträge in unterschiedlichen Anlagephasen[i]

(Fortsetzung folgt)

[i] Quelle: Fidelity Worldwide Investment, April 1973 bis Januar 2010. Diese Übersicht spiegelt die Meinung eines Fondsmanagers wider und ist eine Simulation, die nur der Illustration dient. Sie basiert nicht auf der Wertentwicklung eines tatsächlichen Portfolios. Wertentwicklungen in der Vergangenheit erlauben keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung. In diesem Rückblick stellen die Zahlen die jährlichen geometrischen durchschnittlichen Gesamterträge in US-Dollar. Für Anleihen dient als Basis der ML U.S. Treasury/Agencies Master Index, für Aktien der S&P 500 Composite, für Rohstoffe der GSCI Total Return und für Geldmarktpapiere der 3-Month T-Bills.
 

 

 

 

 

 

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