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Börse Aktuell 04.11.2011
Liebe Leserinnen und Leser,

„Simsalabim – und die Schulden schwinden dahin; Verschuldung ist gar nicht so schlimm“. Kann man seine Schulden nicht zurückzahlen, macht man einen Schuldenschnitt oder inflationiert seine Schulden einfach weg. Und damit es auch richtig Spaß macht, werden die Zinsen noch schnell gesenkt – würde ja sonst auch viel zu teuer werden. Was soll man machen? Es ist halt alternativlos.

Für Ihre Kleinkredite – liebe Leser – funktioniert das natürlich nicht. Sie müssen schon in großen Dimensionen denken und – ganz wichtig – „systemrelevant“ sein. Mal ehrlich – können Sie das von sich behaupten. Ja und bei großen Schuldensummen, da verliert man auch schon mal den Überblick; das ist ganz „normal“. Was sind schon 55 Milliarden weniger Schulden bei der Bad Bank der Hypo Real Estate bzw. 3,6 Milliarden Euro weniger Schulden in Irland als in der Bilanz testiert. Und dass mal 700 Millionen Kundengelder „unauffindbar“ sind – so wie bei dem insolventen US-Brokerhaus MF Global geschehen – passiert halt mal. An diese Mega-Zahlen müssen wir uns eben alle erst einmal gewöhnen.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich darüber amüsieren. Doch wenn man sich nun schon nicht mal mehr auf die Buchhaltung und testierten Abschlüsse von Unternehmen und / oder Staaten verlassen kann, dann löst das bei mir persönlich mehr aus, als nur Verwunderung. Denn die systematische Geldanlage verkommt in diesen Tagen zum reinen Glücksspiel. Über Anleihen müssen wir an dieser Stelle derzeit nicht wirklich reden. Aber wenn man sich auch auf das Rechnungswesen und die von Wirtschaftsprüfern testierten Abschlüsse nicht verlassen kann, dann muss man sich ernsthaft fragen, was sind eigentlich all die volkswirtschaftlichen Prognosen für die Wirtschaftentwicklung oder die Gewinnschätzungen der Unternehmen für das nächste Jahr wert. Offenbar nichts. Die Kurs-Gewinnverhältnisse – eine unter Investoren beliebte Orientierungsgröße bei der Aktienauswahl – mögen derzeit für 2012 für einige Unternehmen verlockend gering aussehen und zum Kauf von Aktien anregen. Aber wie verlässlich sind diese eigentlich unter den oben geschilderten Voraussetzungen? Dass die Zahlen immer schon nur eine Prognose waren – das wussten wir; aber dass man sich so verschätzen kann, das ist - zumindest für mich - neu.  

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen

Ihr Kay Homann

Börsen Hamburg und Hannover

16. Börsentag Hamburg

Muss nur noch kurz die Welt retten

Börsenhandel von offenen Immobilienfonds – Brücke zwischen Gestern und Morgen? - Folge 3

Solide Staatsfinanzen – hier gibt es sie noch!

Mit Qualität durch die Krise

Sisyphusarbeit

Achterbahnfahrt bei Aktien – Neue Hoffnung für Immobilienfonds

16. Börsentag Hamburg     

Am kommenden Sonnabend ist es wieder so weit. Auf dem 16. Börsentag in Hamburg können sich Anleger - privat wie instutionelle - bei über 100 Ausstellern und über 60 Vorträgen bei freiem Eintritt über Geldanlagemöglichkeiten informieren.

16. Börsentag Hamburg

Samstag, 5. November 2011

Handelskammer Hamburg
Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg
Öffnungszeit: 9:30 bis 18:00 Uhr,
Vorträge: 10:00 bis 18:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Die Kurseinbrüche im Sommer und die anhaltende Debatte um Staatsschulden in Europa haben viele Anleger verunsichert. Immer mehr Sparer fragen sich, was die für sie passende Anlagestrategie ist. Beim Börsentag Hamburg erhalten Anleger vielfältige Informationen zu aktuellen Fragen.

Einen Schwerpunkt des Börsentags Hamburg bilden nachhaltige Geldanlagen. „Viele Anleger legen nicht mehr nur Wert darauf, Renditen zu erzielen. Die  Nachhaltigkeit von Investitionen gewinnt zunehmend an Bedeutung“, sagt Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg. „Auf dem Börsentag Hamburg können sie sich auch über spezielle Anlageformen wie nachhaltige Immobilien oder Holz- und Waldinvestments informieren.“

Erfahrenen Anlegern bietet der Börsentag Hamburg Vorträge über Themen wie beispielsweise exotische Optionsscheine und Knock-Out-Produkte. 

„Nur wer über die Möglichkeiten der Geldanlage Bescheid weiß und Investments versteht, kann die richtige Anlagestrategie finden“, so Ledermann. „Eine sinnvolle Geldanlage darf nicht mit Spekulation verwechselt werden. Gerade junge Leute sollten sich mit Blick auf die Altervorsorge schon frühzeitig Gedanken über Anlagemöglichkeiten machen. Der Börsentag Hamburg ist eine gute Möglichkeit dazu, da er Börsenneulingen wie erfahrenen Anlegern zahlreiche Vorträge anbietet."

 

 

Mehr Informationen zu Vorträgen, Ausstellern und Themen finden Sie unter

www.boersentag.de

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Muss nur noch kurz die Welt retten


"Muss nur noch kurz die Welt retten, danach flieg’ ich zu dir. Noch 148 Mails checken, wer weiß, was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel."  Dieses Lied kennen Sie sicher auch!?

Wir könnten die ersten beiden Sätze auch für unsere Wirtschaftssysteme anwenden. Da verwirklichen sich Politiker im blanken Aktionismus, ohne zu begreifen, dass die Welt nur noch dann zu retten ist, wenn man global zusammenarbeitet. Doch hier fängt dann die Kleingeisterei an.

Wie Sie es ja von mir gewohnt sind, nachfolgend ein paar Beispiele.
Nehmen wir einmal den Telekommunikationsmarkt. Hier dürfen Sie eine Festnetznum-mer mit einer bestimmten Vorwahl nur dann erhalten, wenn Sie im entsprechenden Ge-biet Ihren Wohn- oder Firmensitz nachweisen. Wenn Sie die Nummer dann erst einmal bekommen haben, sind Sie dank des Internets jedoch z.B. auch in der afrikanischen Savanne unter dieser deutschen Rufnummer erreichbar, vorausgesetzt, Sie haben dort einen Internetanschluss. Warum erzähle ich Ihnen das? Weil schön längst die Globali-sierung, dank des Internets, viel schneller voranschreitet, als unsere Politiker in Ihren Entscheidungen nachkommen. Hier diskutieren wir über einen Mindestlohn, und dort wird einfach der Telefonanschluss von Berlin nach Mombasa verlagert, wo ein deutsch sprechender Afrikaner, der in Deutschland studiert hat, froh ist, für ein deutsches Unter-nehmen zu arbeiten. Er bekommt dann einen Monatslohn, den wir hierzulande für einen halben Tag verlangen. Doch wie kann man solche Probleme lösen? Nun, ein Ansatz wäre, dass die Unternehmen, die in Deutschland oder der EU verkaufen wollen, aber hier nicht produzieren oder Ihre Mitarbeiter beschäftigen, eine irgendwie geartete Steu-er zahlen müssen, um den Wettbewerb, den das Internet zusehends ausschaltet, zu regulieren. Ich möchte betonen, dass ich ein absoluter Anhänger der Marktwirtschaft bin, dank des Internets funktioniert diese jedoch zunehmend weniger oder zwischen-zeitlich so brutal, dass wir uns über die neue Wirtschaftsordnung "Internet" schleunigst Gedanken machen müssen. Gemäß dem Motto ‚der Sozialismus ist gescheitert’, die Marktwirtschaft steht vor dem Aus, die neue Wirtschaftsordnung heißt "Internet"‚. Es kann nicht angehen, dass wir Betriebswirte, Ingenieure usw. ausbilden und diese in ei-nem Niedriglohnland für Hungerlöhne arbeiten und die Arbeitsplätze bei uns verloren gehen. Der Mindestlohn wirkt hier kontraproduktiv, auch wenn dies in diesen Tagen keiner hören will. Es muss eine Welt umfassende Steuer in Angriff genommen werden, die diese Ungleichgewichte aus der Welt schafft. Nein, einen gut durchdachten Lö-sungsansatz habe ich bisher auch nicht für das Problem, unstrittig ist jedoch, dass viele Jobs, insbesondere im Dienstleistungsbereich, zwischenzeitlich von jedem Punkt der Erde aus getätigt werden können. Wie erwähnt, es wird lediglich ein Internetanschluss benötigt.

Noch ein Beispiel für alle Leser, denen die Ausführungen gerade zu abstrakt waren. Sicherlich haben auch Sie schon einmal bei ebay oder Amazon gekauft. Wie läuft der Kauf ab? Sie sehen sich die Ware im Geschäft an, dann geht es nach Hause, mit der Typbezeichnung wird auf Google, Ebay oder Amazon und wie sie alle heißen, nachge-schaut und siehe da - was wir eben noch im Fachgeschäft angesehen haben und uns in allen Einzelheiten von einem Verkäufer haben erklären lassen, bekommen wir für 30  oder 40 % des Preises auch über das Internet. Dass das Produkt direkt aus dem fernen Osten verschickt wird, spielt keine Rolle, Hauptsache, für das gesparte Geld ist noch ein Kurzurlaub möglich. Haben Sie sich einmal darüber Gedanken gemacht, dass hier auch der noch so nett gemeinte Mindestlohn versagt? Schauen Sie sich doch einmal die Innenstädte an, ein Geschäft schließt nach dem anderen. Schuld daran sind wir alle. Wir wollen den Mindestlohn, aber für wen? Die Dienstleistungsbranche wird dank unse-res Mindestgebots nach und nach verschwinden, die schönen Innenstädte, in denen wir so gerne bummeln, werden zu Wüsten - schöne neue Internetwelt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende
 

 

 

 

 

Hubert Weinlich

Finanzmatrix AG

www.finanzmatrix.de

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Solide Staatsfinanzen – hier gibt es sie noch!

Neben Kriterien wie einem hohen Wirtschaftswachstum, einem steigenden privaten Konsum und einem wachsenden Wohlstand werfen internationale Anleger zunehmend ein Auge auf die Verschuldungskennzahlen eines Landes. Genau hier liegt die neue Stärke der Regionen Balkan und Baltikum. Die Länder würden ausnahmslos mit Leichtigkeit die Maastricht-Kriterien bei den Gesamtverschuldungsgrenzen einhalten. Estland (6,6 Prozent) und Bulgarien (16,2 Prozent) weisen sogar die mit Abstand geringste Staatsverschuldungsquote zum BIP in der gesamten Europäischen Union auf.

Viele Randmärkte Osteuropas sind zudem gestärkt aus der letzten Wirtschaftskrise gekommen. So haben sich dort nicht nur die Unternehmen restrukturiert, schlanker und moderner aufgestellt, sondern auch die Länder selbst. Schwache oder fehlende Gewerkschaften haben massive Lohnkürzungen auch bei Staatsbediensteten – teilweise sogar Entlassungen – möglich gemacht.

Anleger, die gezielt in die aussichtsreichen Randmärkte Osteuropas investieren möchten, finden mit dem LAM Balkan-Baltikum plus AMI WKN: A0YAYJ nur einen einzigen in Deutschland zugelassenen Fonds für diese Region. Das Fondsmanagement investiert überwiegend in die acht Kernländer Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Estland, Lettland, Litauen, Türkei und Ukraine. Die Anlagen erfolgen über alle Sektoren. Neben den großen Indexschwergewichten werden auch Mid- und Small-Caps berücksichtigt, die entweder besonders wachstumsstark und/oder unterbewertet sind. Ausschlaggebend für die erfolgreiche Titelauswahl sind die langjährige Erfahrung des Fondsberaters Ralph Luther, ein hochkarätig besetztes Investment Committee sowie ein exzellentes Netzwerk.

 

 

 

Thomas Rheinhold betreut
bei Hauck & Aufhäuser
unabhängige Vermögensverwalter und
ihre innovativen Fondskonzepte

 

Informationen zum Markt der Fondsideen von Hauck & Aufhäuser finden Sie hier:

 

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Mit Qualität durch die Krise


Die Ernüchterung kam schneller als von uns befürchtet. Das angekündigte und wieder abgesagte Referendum sowie die heute Abend noch stattfindende Vertrauensabstimmung im griechischem Parlament ist u.E. innenpolitisch nachvollziehbar, außenpolitisch wirft diese Maßnahme jedoch Fragen auf. Der griechische Ministerpräsident setzt alles auf eine Karte und versucht, die Opposition mit einzubinden. Der Rückhalt in der Bevölkerung ist dünn, auch wenn Umfragen zeigen, dass zwar  60% der Bevölkerung gegen die Sparprogramme, aber 70% für den Verbleib in der Eurozone sind. Der Ausgang ist ungewiss, alle Optionen sind möglich. Im Extremfall ist eine Staatspleite und der Austritt aus der Eurozone weiter möglich.

Die  Aktienmärkte reagieren überraschend gelassen, auch vor dem Hintergrund, dass die Renditen in Italien weiter steigen und mit diesem Land  eine weitere Belastungspro-be bevorsteht. Die Krise schwelt weiter, ein Ende ist nicht ansehbar.

Auch für die Banken bleibt die Ungewissheit bestehen. Nach den Brüsseler Beschlüssen sollten sie Zeit haben, ihre Eigenkapitalbasis bis Mitte nächsten Jahres zu stärken. Sie können Gewinne einbehalten, keine Bonuszahlungen leisten oder aber Geschäfts-bereiche zurückfahren, abspalten oder sogar verkaufen. Eventuell werden aber auch Zwangsrekapitalisierungen notwendig. Staaten wie Deutschland sind finanzielle Risiken eingegangen, welche sie im Zahlungsfall vor unvorstellbare Probleme stellen wird. Wie kann man sich in Berlin in solchen Zeiten mit Steuerentlastungen beschäftigen -  müssen wir im Endeffekt nicht vielmehr sogar mit Steuererhöhungen rechnen?

Es gilt, die Krise unbeschadet zu überstehen. Bei seinen Anlageentscheidungen wird es wichtiger denn je sein, darauf zu achten, nur in Papiere zu investieren, welche nicht nur diese Krise, sondern auch alle anderen noch kommenden Krisen überstehen. Wir ach-ten bei Investitionen in unsere beiden Publikums- bzw. Mischfonds Quint:Essence Strategy Defensive WKN: 974560 mit Schwerpunkt Renten und dem Quint:Essence Strategy Dynamic mit Schwerpunkt Aktien WKN: 974561 sehr genau darauf. So sind wir derzeit in dem Quint:Essence Strategy Defensive allein mit rund 60% in AAA-Papieren investiert. Grundsätzlich investieren wir nur in Anleihen, bei denen wir aus heutiger Sicht ein Ausfallrisiko vollkommen ausschließen können. Bei der Aktienauswahl ist es unerlässlich, nur in Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell, guter Marktstellung und einer hohen Dividendenrendite zu investieren.

 

 

Carsten Gerlinger

CEFA Senior-Portfoliomanager
Quint:Essence Capital S.A.,
Munsbach/ Luxemburg

www.q-capital.lu

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Sisyphusarbeit

Die Gemütslage der Börsianer ist in dieser Woche besonders angeschlagen. Griechenlands Regierungschef Papandreou kündigte an, seine Landsleute über den Schuldenschnitt Anfang Dezember abstimmen lassen – die Anleger reagierten entsetzt. Am Rentenmarkt stiegen die Kurse und Risikoprämien wieder munter auf längst überwunden geglaubte Niveaus, während die Renditen von Bundeswertpapieren abermals auf Tauchstation gingen. Somit kam es erneut zu einem Krisentreffen von Kanzlerin Merkel und Monsieur Sarkozy mit den führenden Persönlichkeiten von EZB, EU und IWF. Auch wenn Papandreou nun auf ein Referendum verzichten will: Die Lage in Griechenland ist weiter mehr als brisant. Das Land kann seine Schulden nicht begleichen und steht vor der Pleite, ist weiter auf Hilfszahlungen angewiesen. Doch die sind an strenge Auflagen geknüpft. Von der Bevölkerung werden sie deswegen zunehmend als demütigend empfunden, daher sind Streiks und Proteste an der Tagesordnung. Griechenland hat keine Zeit mehr. Dazu kommt: In einem erneuten Krisengespräch in Cannes wurde ein Moratorium über das griechische Rettungspaket vereinbart. Ein Austritt aus der Euro-Gruppe ist jetzt kein Tabu mehr. An den Märkten ist eine düstere Vorahnung zu spüren. Der richtungsweisende Bund-Future kletterte auf über 138 Zähler. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel deutlich auf 1,78 Prozent. Umgekehrt trennten sich die Anleger von Anleihen der Schuldenstaaten. Am stärksten unter Druck geriet Italien: Die Rendite für zehnjährige italienische Staatspapiere stieg auf 6,20 Prozent. Nach Aussagen von Händlern haben die europäischen Währungshüter im Verlauf der Woche im großen Stil italienische Staatsanleihen aufgekauft. Im schwierigen Marktumfeld sieht sich aktuell sogar der Rettungsfonds EFSF gezwungen, eine Verschiebung der geplanten Bond-Emission im Volumen von drei Milliarden Euro vorzunehmen.

Zinssenkung der EZB trifft Kapitalmarkt wie ein Paukenschlag

Auf der ersten EZB-Ratssitzung unter Leitung des neuen Präsidenten Mario Draghi verringerte die Notenbank überraschend den Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. Das ist die erste Zinssenkung seit Mai 2009. Damit reagiert die EZB auf die sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten in der Währungsunion: Niedrige Zinsen sollen die Investitionsfreudigkeit der Unternehmen befeuern. Offen ist, ob die Notenbank weiter Milliarden in Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten stecken wird. Draghis Vorgänger Trichet war für diesen Tabubruch massiv kritisiert worden.

Neue Bonds an der Börse Hannover

Der erfolgreiche Automobilkonzern VW bringt zwei neue Firmenbonds an die Börse. Die dreijährige Tranche der VW Financial Services WKN: A0JCCS wird mit 2,25 Prozent verzinst. Die zweite Tranche der VW Leasing GmbH WKN: A0JCCT wird mit 3,25 Prozent verzinst und am 10.05.2018 endfällig. Beide Unternehmensanleihen haben eine Mindeststückelung von 100.000 Euro. Die Anleihe des oldenburgischen Energieversorgers EWE AG WKN: A1K0ZZ erfreut sich lebhafter Nachfrage. Der Zinssatz beträgt 4,125 Prozent, die Rückzahlung erfolgt am 04.11.2020. Die kleinste handelbare Einheit beträgt anlegerfreundliche 1.000 Euro.

Umsatzspitzenreiter der Woche

3,00 % Bundesanleihe WKN: 113540, fällig: 04.07.2020, Kurs: 110,85, Rendite: 1,64 Prozent, Umsatz: 15.000.000 Euro

3,50 % Währungsanleihe auf Norwegische Krone Landwirtschaftliche Rentenbank MTN 11/18 WKN: A1EWDP, fällig: 05.10.2018, Kurs 99,50, Rendite: 3,58 Prozent, Umsatz: 5.000.000 NOK
 

 

 

 

Annette Weirauch, Skontroführung Börse Hannover

Mehr Orientierung durch Rentenofferte
Unter www.boersenag.de können Anleger interessante, von den Maklern ausgewählte Anleihen abrufen.

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Achterbahnfahrt bei Aktien – Neue Hoffnung für Immobilienfonds


Die Meldung über eine Volksabstimmung in Griechenland zum Euro-Hilfspaket hat zu Beginn der Woche die Märkte schockiert. Der Deutsche Leitindex DAX stürzte auf rund 5760 Punkte ab. Mittlerweile vermeldet Griechenland, von der Volksabstimmung abzusehen – und die EZB senkte überraschend die Leitzinsen auf 1,25 Prozent, was dem DAX deutlichen Auftrieb brachte. Insgesamt sind die ganzen Märkte nach wie vor äußerst volatil. Das spiegelt sich auch in den Fondsumsätzen wider: Während sich zu Beginn der Woche viele Anleger noch von Anteilen in Aktienfonds wie dem DWS Top Dividende WKN: 984811 oder dem UniDeutschland XS WKN: 975049 trennten, wurden sie bereits im Laufe der Woche wieder gesucht.

Bei den Immobilienfonds sorgte die Meldung über die Schließung des DEGI International WKN: 800799 und des AXA Immoselect (WKN: 984645) für Verkaufsdruck. Im Fokus der Anleger stehen nun die verbleibenden eingefrorenen Immobilienfonds wie der CS Euroreal WKN: 980500 und der SEB ImmoInvest WKN: 980230. Beide arbeiten an einer Wiedereröffnung in diesem Jahr und versuchen, die Liquiditätsquote durch Immobilienverkäufe zu erhöhen um diese stemmen zu können. Der CS Euroreal konnte diese bereits auf rund 27 Prozent erhöhen, während der SEB ImmoInvest diese Woche weitere Objekte veräußerte und die Quote damit auf knapp 22 Prozent hochschraubte. Eine Wiedereröffnung wird dadurch sehr wahrscheinlich.
 
 
 

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Christine Lutz

Skontroführer für Investmentfonds an der Börse Hamburg

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Börsenhandel von offenen Immobilienfonds – Brücke zwischen Gestern und Morgen? - Folge 3

Berater bei Kreditinstituten haben somit durchaus eine Chance, ihre Kundschaft durch rechtzeitige Information vor größeren Verlusten zu schützen. Nur ein zufriedener Kunde ist später bereit, auch wieder in neue Anteile zu investieren. Auf der anderen Seite besteht für den Berater die Möglichkeit, liquiden und langfristig orientierten Kunden (Vermögensverwalter, Dachfonds, Family Offices) eine attraktive Einstiegsmöglichkeit zu offerieren. Kunden, die auf Rückflüsse aus dem Fonds angewiesen sind und einen Überbrückungskredit scheuen, kann der Berater eine Möglichkeit anbieten, nach Bedarf Anteile über die Börse zu verkaufen.

Aber auch Fondsgesellschaften erhalten Unterstützung durch den Börsenhandel der „eingefrorenen“ Fonds. Er verschafft ihnen „Luft“ bei der Neubewertung ihrer Fonds, indem er - zumindest zu einem Teil - den Druck der Anleger auf Rückgabe ihrer Anteile mindert. 

Nicht der Börsenhandel von Immobilenfonds ist also das Problem, sondern die - auch nach den gesetzlichen Neuregelungen - weiterhin bestehende Fristeninkongruenz. Solange dieses Problem nicht endgültig gelöst ist, wird die Börse auch weiterhin eine wichtige Brückenfunktion einnehmen. 

Es darf aber vermutet werden, dass die Regelungen des Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetzes (AnsFuG) zu einer Beruhigung im Bereich der Immobilienfonds führen wird. Das kurzfristige „Parken“ von Geldern in renditestarken Immobilienfonds könnte zumindest für Großinvestoren deutlich unattraktiver werden. Damit sollten die Immobilenfonds auf längere Sicht wieder in das Fahrwasser kommen, für das sie entwickelt wurden.
     
Die Zukunft von offenen Immobilienfonds sehe ich daher grundsätzlich positiv. Denn die Grundidee des offenen Immobilienfonds ist weiterhin gut. Auch wenn es vermutlich die eine oder andere Fondsabwicklung noch geben wird, Immobilien werden auch in Zukunft benötigt. Allerdings dürfte nur ein professionelles Management in der Lage sein, die richtigen Immobilien auszuwählen und zu verwalten. Für einen Einzelnen ist dies aus vielerlei Gründen undenkbar. Doch bevor wieder Ruhe in die Immobilienlandschaft kommt, gilt es Vertrauen bei den Anlegern zurückzugewinnen. Das neue Gesetz ist hier ein erster Schritt, um vorhandene Konstruktionsdefizite zu mildern. Wichtig ist aber auch, die Anleger für die spezifischen  Risiken dieser Anlageform zu sensibilisieren. Denn auch der klassische Immobilienfonds ist eine Anlage mit Risiken, aber eben auch mit Chancen. Für eine Anlage mit einem kurzfristigen Anlagehorizont ist dieser nicht geeignet, das dürfte in den letzten Jahren sehr deutlich geworden sein. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und Immobilien verändern ihren Wert i.d.R. auch nicht von einem auf den anderen Tag. Institutionelle wie private Anleger müssen verstehen lernen, dass sich eine Immobilenanlage, ob direkt oder verbrieft, nicht für eine kurzfristige Spekulation eignet. Wichtig ist, dass die Immobilienanlage als eine von vielen Anlagemöglichkeiten verstanden wird – und eben nicht als das „Perpetuum Mobile“.

 

 

 

 

 

 

Kay Homann

stv. Gf Börse Hamburg

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